Lies das Märchen, das Lu liebt
Pina und die Tausend Wachsamen Augen
Der voreilige Wunsch einer müden Mutter nach einer Tochter, die wirklich sehen könnte, lässt eine neue goldene Frucht entstehen, und einen Namen, der bis heute besteht.
In einem kleinen Bauerndorf lebte ein Mädchen namens Pina, das lieber spielte als arbeitete. Immer wenn ihre Mutter sie bat, den Reisschöpflöffel zu holen oder den Kochtopf zu finden, suchte Pina nur einen Augenblick, bevor sie rief: “Ich kann es nicht finden, Inay!”, selbst wenn das Gesuchte direkt vor ihr lag.
An einem besonders geschäftigen Morgen, mit ankommenden Gästen und noch zu kochendem Reis, bat Pinas Mutter sie, den großen Wurfkorb zu finden. Pina schaute sich kaum eine Atempause lang in der kleinen Hütte um, bevor sie ihre übliche Antwort gab: “Ich kann es nicht finden!” Ihre Mutter, müde und ohne Geduld, sagte unüberlegt: “Hättest du doch tausend Augen, damit du wirklich sehen könntest, was vor dir liegt!”
Ein zu schnell ausgesprochener Wunsch
Kaum waren die Worte über ihre Lippen gekommen, wollte Pinas Mutter sie zurücknehmen. Doch es war zu spät. In jener Nacht wurde Pina seltsam still, und am Morgen war sie nirgends zu finden. Ihre Mutter suchte das ganze Dorf ab und rief ihren Namen, bis sie etwas Neues im kleinen Garten hinter ihrer Hütte wachsen sah: eine Pflanze, die sie noch nie gesehen hatte, ihre langen, stacheligen Blätter krönten eine seltsame, goldene Frucht.
Eine Frucht mit tausend Augen
Als sie die Frucht genauer betrachtete, sah die Mutter, dass ihre raue Schale von oben bis unten mit kleinen, rautenförmigen Zeichen bedeckt war, jedes davon sah unheimlich aus wie ein winziges, wachsames Auge. Sie verstand sofort, mit einer Mischung aus Trauer und Staunen, dass sich ihr voreiliger Wunsch irgendwie erfüllt hatte, und dass ihre Tochter zu etwas Neuem geworden war, etwas, das nie wieder sagen müsste: “Ich kann es nicht finden.”
Der Name, der blieb
Die Dorfbewohner versammelten sich um die seltsame neue Frucht, und als sie ihre Geschichte erfuhren, nannten sie sie pinya, nach dem Mädchen, aus dem sie gewachsen war. Die Mutter pflegte die Pflanze mit mehr Sorgfalt, als sie je einer einzigen Hausarbeit gewidmet hatte, und mit der Zeit wuchsen weitere goldene Früchte in der Nähe, bis Pinya-Pflanzen die Gärten über die ganzen Inseln hinweg füllten.
Bis heute, so erzählt man sich, trägt jede Ananas noch immer ihre tausend wachsamen Augen: eine sanfte Erinnerung daran, dass ein Wunsch, zu schnell in einem müden Moment ausgesprochen, es wert ist, vorher einmal durchzuatmen.
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Ili-Ili, Tulog Anay
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