Lies das Märchen, das Elena liebt
Die Weberin und der Hirte
Eine vom Schicksal durchkreuzte Liebesgeschichte, so alt, dass sie zu einem Fest wurde, und eine Elsternbrücke, die sich noch heute einmal im Jahr bildet, um zwei Liebende zu vereinen.
Vor langer Zeit lebte ein armer, aber gutherziger Hirte namens Niulang mit seinem alten Ochsen und bestellte die Felder, ohne fast etwas Eigenes zu besitzen. Eines Tages sprach sein Ochse zu ihm, denn er war kein gewöhnliches Tier, sondern ein himmlisches Wesen, das gesandt wurde, um ihm zu helfen, und erzählte ihm von sieben Feenschwestern, die in einem nahen See badeten, und dass er, wenn er das Gewand der jüngsten Schwester nähme, während sie schwamm, sie gezwungen wäre, zu bleiben und mit ihm zu sprechen.
Zhinu, die Weberin
Niulang tat, was der Ochse ihm vorgeschlagen hatte, und die jüngste Schwester, Zhinu, eine himmlische Weberin, die die Wolken selbst in den Himmel webte, blieb zurück, um ihr Gewand zu suchen, und fand stattdessen einen freundlichen, ehrlichen jungen Mann. Die beiden verliebten sich, und Zhinu entschied sich, auf der Erde zu bleiben und ihn zu heiraten, verzichtete auf ihren Platz unter den Sternen, um einfach zu leben, mit eigenen Kindern, gemeinsam mit ihm das Land zu bestellen.
Vom Himmel entdeckt
Doch Zhinus Abwesenheit blieb nicht unbemerkt. Die Himmelskönigin, ihre Großmutter, war wütend, dass eine Sternenweberin den Himmel für ein sterbliches Leben verlassen hatte, und schickte himmlische Soldaten, um sie zurückzuholen. Niulang, verzweifelt, sie nicht zu verlieren, setzte ihre beiden Kinder in Körbe und trug sie an einer Stange über den Schultern, verfolgte sie bis in den Himmel selbst, unterstützt durch die magische Kraft der Haut seines Ochsen.
Gerade als er sie fast erreichte, zog die Himmelskönigin mit einem einzigen Schwung ihrer Haarnadel einen großen Fluss über den Himmel: den Silberfluss, den wir die Milchstraße nennen, und trennte die beiden Liebenden für immer, jeden an einem Ufer, nah genug, um sich zu sehen, doch niemals in der Lage, hinüberzukommen.
Eine Elsternbrücke
Zhinu weinte so bitterlich, dass selbst die Himmelskönigin gerührt war. Sie erlaubte den beiden Liebenden ein Treffen im Jahr: Am siebten Tag des siebten Monats fliegen Elstern aus aller Welt hoch hinauf und bilden mit ihren eigenen Körpern eine Brücke über den Silberfluss, damit Niulang und Zhinu hinüberkommen und zusammen sein können, und sei es nur für eine Nacht.
Noch heute blicken die Menschen in ganz China in dieser Nacht jedes Jahr zum Himmel hinauf und denken an sie; und wenn es regnet, so erzählt die Geschichte, sind es die Tränen der beiden Liebenden, endlich glücklich vereint, wenn auch nur für so kurze Zeit.
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