Lies die Legende, die Elena liebt
Die Legende der Wassermelone
Auf eine einsame Insel verbannt, mit nichts als seinem eigenen Einfallsreichtum, entdeckt ein junger Prinz einen seltsamen Samen, der alles verändert: die beliebte vietnamesische Legende von An Tiêm und der ersten Wassermelone.
Vor langer Zeit, zur Zeit der alten Hùng-Könige, lebte ein junger Mann namens An Tiêm, der in die königliche Familie aufgenommen worden war und ein bequemes Leben am Hof führte. Er arbeitete hart, lebte bescheiden und war sehr beliebt, doch eines Tages bemerkte er unbedacht, dass alles Gute in seinem Leben aus seinen eigenen Händen stamme, nicht als Geschenk von irgendjemandem, nicht einmal vom König.
Der König nahm diese Worte als Beleidigung auf und vergaß dabei all die Jahre treuer Arbeit, die An Tiêm ihm geleistet hatte. In seinem Zorn befahl er, dass An Tiêm zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern weit vom Festland weggebracht und auf einer kleinen, verlassenen Insel ausgesetzt werde, nur mit ein wenig Reis, einem Messer und ein paar einfachen Werkzeugen zum Überleben.
Allein auf einer Verlassenen Insel
Viele Familien hätten aufgegeben, doch An Tiêm und seine Frau weigerten sich zu verzweifeln. Gemeinsam bauten sie sich eine einfache Hütte aus Zweigen und Blättern, gruben nach frischem Wasser und sammelten, was immer die Insel an Früchten und Wurzeln zu bieten hatte, fest entschlossen, das Beste aus dem Leben zu machen, das ihnen zuteilgeworden war.
Vom Wind Getragene Samen
Eines Morgens flog ein Schwarm Wildvögel tief über die Insel und ließ eine Handvoll seltsamer schwarzer Samen auf den Sand nahe ihrer Hütte fallen. Neugierig sammelte An Tiêms Frau einige davon und pflanzte sie ein, wobei sie sie jeden Tag sorgfältig wässerte, ohne zu wissen, ob überhaupt etwas daraus wachsen würde.
Wochen später hatten sich dichte grüne Ranken über den Sand ausgebreitet, und zwischen den Blättern hingen große, runde Früchte mit dunkelgrüner, gestreifter Schale. Als die Familie schließlich eine davon aufschnitt, fanden sie darin leuchtend rotes Fruchtfleisch, süß, kühl und voller kleiner schwarzer Kerne, anders als alles, was sie je gekostet hatten.
Eine Botschaft Über das Wasser
Die Ranken wuchsen so schnell, dass die Familie bald weit mehr Früchte hatte, als sie je essen konnte. An Tiêm hatte eine Idee: Er ritzte seinen Namen in die Schale mehrerer Früchte und ließ sie auf den Meeresströmungen treiben, in der Hoffnung, dass irgendwo auf dem Festland jemand sie finden und erfahren würde, dass seine Familie noch am Leben war.
Fischer begannen bald, die seltsamen gestreiften Früchte aus ihren Netzen zu ziehen, und staunten über das süße rote Fruchtfleisch darin. Die Kunde verbreitete sich schnell entlang der Küste von einer Familie, verbannt und ohne alles zurückgelassen, die sich allein durch Geduld und harte Arbeit ein neues Leben aufgebaut hatte.
Der Sinneswandel eines Königs
Als die Geschichte schließlich den König erreichte, war er tief bewegt. Genau die Eigenschaft, die er einst bestraft hatte, An Tiêms stille Zuversicht in seine eigenen Hände, war es gewesen, die es seiner Familie ermöglicht hatte, auf der Insel nicht nur zu überleben, sondern dort aufzublühen. Von Reue erfüllt, ließ der König nach An Tiêm schicken und hieß seine ganze Familie mit Ehren zu Hause willkommen.
Von diesem Tag an wurde die süße Frucht, die die Familie entdeckt hatte, im ganzen Land als dưa hấu, die Wassermelone, bekannt, und sie wird bis heute in ganz Vietnam angebaut und geliebt, eine bleibende Erinnerung daran, dass harte Arbeit, Geduld und Hoffnung selbst Verbannung in Überfluss verwandeln können.
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Spielen Sie es leise ab, während Sie vorlesen: ein traditionelles vietnamesisches Schlaflied, aus demselben Land, in dem diese Legende ihren Ursprung hat.
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