Lies das Märchen, das Elena liebt
Mah-Pishani, das Mädchen mit dem Mond auf der Stirn
Die Freundlichkeit eines armen Mädchens gegenüber einer Fremden bringt ihr einen Mond auf der Stirn und Sterne im Haar ein, in einem der beliebtesten Märchen Persiens.
In einem kleinen Dorf am Rand der Wüste lebte ein Mädchen, das von seiner Stiefmutter hart behandelt wurde und die schwersten Arbeiten des Hauses erledigen musste, während deren eigene Tochter untätig am Feuer saß. Eines Tages schickte die Stiefmutter das Mädchen mit einem Korb roher Baumwolle zum Fluss und sagte ihr, sie solle erst nach Hause kommen, wenn auch der letzte Faden gesponnen sei.
Das Mädchen saß den ganzen Morgen am Fluss und spann so schnell, wie ihre Finger es vermochten, bis der Wind den letzten Faden von ihrem Schoß hob und über das Wasser trug. Aus Angst, mit leeren Händen nach Hause zu kommen, watete sie durch den Fluss, um ihn zu suchen, und stieß auf ein kleines Lehmhaus, das ihr nie zuvor aufgefallen war.
Das Haus jenseits des Flusses
Drinnen saß eine alte Frau, gebeugt und grau, die das Mädchen bat, ihr bei ein paar kleinen Aufgaben zu helfen, bevor sie ihr den verlorenen Faden zurückgeben würde. Sie bat das Mädchen, einen Boden zu fegen, der, egal wie sehr sie fegte, nie weniger staubig zu werden schien, einen in der Ecke ruhenden Skorpion zu füttern, und Haar zu kämmen, das verfilzt war wie Dornengestrüpp. Das Mädchen erledigte jede Aufgabe sanft und ohne Klagen, ohne je vor den seltsamen Bitten der alten Frau zurückzuschrecken.
Ein Mond und ein Sternenregen
Erfreut über ihre geduldige Freundlichkeit, bat die alte Frau das Mädchen, den Kopf über eine kleine Lehmschale mit Wasser zu neigen. Als das Mädchen ihr Gesicht wieder hob, leuchtete ein sanfter Halbmond auf ihrer Stirn, und von diesem Tag an schimmerten und fielen winzige Sterne wie Tau, wann immer sie sich kämmte. Die alte Frau gab ihr den gesponnenen Faden zurück, und das Mädchen bedankte sich und ging leise leuchtend nach Hause.
Die Stiefschwester versucht ihr Glück
Als die Stiefmutter den Mond auf der Stirn des Mädchens sah, wurde sie von Neid erfüllt und schickte gleich am nächsten Tag ihre eigene Tochter zum Fluss, in der Hoffnung auf dieselbe Belohnung. Doch als das Mädchen das kleine Lehmhaus erreichte, rümpfte sie bei jeder Aufgabe die Nase, weigerte sich, den Skorpion zu berühren, und beklagte sich die ganze Zeit über die Unordnung. Die alte Frau, die dies sah, schickte sie stattdessen mit einem kleinen Büschel Eselsschwanz, das aus ihrer Stirn wuchs, nach Hause, und keine noch so große Schelte brachte es je zum Verschwinden.
Im Mondlicht gefunden
Nicht lange danach ritt ein junger Prinz in der Dämmerung am Haus des Mädchens vorbei und sah ein seltsames, sanftes Licht aus einem oberen Fenster leuchten. Er folgte ihm und fand das Mädchen mit dem Mond auf der Stirn, und nachdem er ihre ganze Geschichte gehört hatte, wusste er, dass er keine andere Braut wollte. Sie heirateten noch im selben Monat, und man sagt, dass man an klaren Nächten, wenn man den Mond genau betrachtet, noch immer ihre Güte darin widerscheinen sehen kann.
Güte, so erzählt es die Geschichte, ist leicht zu geben an jene, die sie erwidern können. Das wahre Geschenk ist, sie ebenso frei jenen anzubieten, die es, wie es scheint, nicht können.
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Lalayi
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